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Ed Brubaker & Sean Phillips »Sleeper: Die Gretchenfrage«

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Die vorletzte Runde des komplexen Agententhrillers zieht die Schnüre zu.



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David Brin & Scott Hampton

»The Life Eaters«

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Die alternative Entwicklung des 3. Reichs als wahrer und aktueller Albtraum



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Eric Powell

»The Goon 3: Meine mörderische Kindheit«

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Unser Maskottchen mit der Schlägervisage plaudert über seine vermaledeite Kindheit

Artikel

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Unverantwortliche Bilder und launische Skizzen

Der Manga hat eine Indieszene, jetzt auch in Deutsch

Text: Zuzanna Jakubowski Foto: Kiriko Nananan

Wenn im KulturKaufhaus Dussmann die Comics von der Kinderabteilung auf den Premiumplatz Zweiter-Stock-direkt-vor-der-Treppe vorrücken, so zeigen sich darin die Nachwehen einer Paradigmenverschiebung in der bürgerlichen Wahrnehmung der Bildbändchen. Und wenn dann auch noch die Stirnseite der Verkaufsfläche nicht etwa von den populären US-amerikanischen graphic novels oder den etablierten frankobelgischen bandes dessinées besetzt wird, sondern Dutzende von Manga-Serien beherbergt, wird endlich auch in Deutschland der japanische Comic erwachsen.

Manga-Avantgarde
Denn selbst unter routinierten Comiclesern stößt man hierzulande oft auf eine kategorische Ablehnung der Bambi-Augen und Weltraumsamurai, die einen jeden Manga ausmachen sollen. Grund dafür mag das lange Zeit beschränkte Angebot für postpubertäre Europäer in dieser Gattung sein. Jede Form von Massenunterhaltung ist anfällig für Dummheit; in der maßlosen Vielfalt der japanischen Veröffentlichungen aber mangelt es dennoch nicht an einer Avantgarde. Seit den 1950er Jahren bietet der düstere und dramatische gekiga – ein speziell an Erwachsene gerichteter, realistisch gezeichneter Manga – japanischen Künstlern (mangaka) Freiheit in Ausdruck und Stil. Alternative Magazine (mangashi), wie das zuletzt eingestellte Garo und Osamu Tezukas COM bieten der Indie-Manga-Szene in Japan eine Plattform. Während aber Übersetzungen ins Englische oder Französische durchaus üblich sind und auch Absatz finden, bleibt es in Deutschland oft bei »Dragonball Z« und »Sailor Moon«. Aber endlich, endlich finden sich auch hierzulande Verlage, die in kleinen Auflagen eine Auswahl häufig preisgekrönter gekiga ungespiegelt herausbringen.

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Traurige Schulmädchen
Kiriko Nananans »Blue« ist ein josei manga, ein Comic für junge Frauen. Kein süffelig süßer shojo manga (romantisch-kitschige Manga speziell für Mädchen), sondern ein bedrückendes Kunstwerk, das nüchtern die gescheiterte Liebesgeschichte zweier Schulmädchen erzählt. Mit klaren Konturen, tiefschwarzen Flächen und minimalistischem Hintergrund schildert Nananan sensibel den Ausbruch aus dem alltäglichen Korsett von Sitte und Schule. Die Mädchen bewegen sich in luftleerem Raum und berühren sich nur kurz, bevor das Vakuum sie wieder verschluckt. Die einzelnen Figuren lassen sich vom Leser kaum unterscheiden, nur die schwarzen, fließenden Haare geben Hinweise auf eine äußerliche Abgrenzung. Provokanter skizziert Usamaru Furuya in »Der Selbstmordclub« das zarte Seelenleben von Schulmädchen und entwirft ein gänzlich anderes Finale: Gepaart mit esoterischem Kult und Horror-Elementen erlöst der mangaka seine Schützlinge im rituellen Massenselbstmord – kichernd in den Tod. Die Pubertät der Mädchen wird zum Überlebenskampf zwischen gesellschaftlichem Verantwortungsgefühl und persönlichen Sehnsüchten. Männer und Jungs tauchen hier wie auch bei Nananan nur marginal als lüsterne Teenies, kalte Freier und untreue Ehemänner auf.

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Helden & Weltraumpandas
Anders in Jiro Taniguchis Geschichtensammlung »Der Wanderer im Eis«. Wie im shonen manga (an Jungs gerichteter Helden-Manga) üblich tragen die Protagonisten hier fantastische Gefechte mit übermächtigen Gegnern aus. Der Kampf aber findet nur scheinbar an der Oberfläche statt, denn die unberechenbaren Naturgewalten, die geheimen und verwunschenen Orte der Außenwelt finden ihr Gegenüber im innersten Sehnen und Streben. Die Helden sind Goldgräber und Walfänger, Scheidungskinder und Bärenjäger. Nach und nach setzt sich aus den einzelnen Erzählungen das feinfühlige Bild eines empfindlichen Entwicklungs- und Emanzipierungsprozesses zusammen. »Die Liebe ist ein kleines Mysterium«: Zu guter Letzt vermischt Satoshi Fukushimas Serie »Shonen Shojo« Geschlechterkonflikte mit zunehmend grotesken Elementen: Ein sturer Weltraumpanda erfüllt Kinderwünsche, eine Krankenschwester verarbeitet den Tod ihrer Patienten, indem sie sich zeitweise lebendig begraben lässt, ein Popsternchen wird eingefroren und für kommende Generationen konserviert. Nominiert für den Osamu-Tezuka-Preis präsentiert sich auch diese vierbändige Reihe von abstrusen Kurzmangas als Bambi-freies Paradebeispiel für das kreative Potential der gekiga. Keep it coming.

:: Kiriko Nananan: Blue, Shodoku/schreiber&leser, München 2006, 240 S., € 14,95

:: Usamaru Furuya: Der Selbstmordclub, Shodoku/ schreiber&leser, München 2006, 176 S., €12,95

:: Jiro Taniguchi: Der Wanderer im Eis, Shodoku/ schreiber&leser, München 2006, 240 S., €14,95

:: »Shonen Shojo« von Satoshi Fukushima erscheint bei Egmont



Kommentare

  1. good friday / 23.11.2008 / 19:13

    ow find ich ehrlich gesagt sehr gut wenn sich hier auch mal was bewegt. gibt wirklich tolle autoren die philosophisch sowie psychologisch und künstlerisch auf hohem niveau arbeiten. maki kusumoto zum beispiel, um nur mal eine zu nennen.

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